6. Bauernolympiade 2001

c plakat_2001„Kirchhellen rückt zusammen“

Ob es noch eine 6. Kirchhellener Bauernolympiade geben würde, war eine zeitlang ungewiss. Einerseits schlichen sich bei den Organisatoren, den Alten Herren der Landjugend, allmählich Ermüdungserscheinungen ein. Zum anderen hatte im Jahr 2001 die Maul- und Klauenseuche um sich gegriffen, mit der Folge, dass ein Verbot von Großveranstaltungen auf Bauernhöfen mit Klauenvieh drohte.

Beide Probleme konnten gelöst werden. Die Alten Herren entschlossen sich, zum letzten Mal in eigener Regie eine Bauernolympiade zu veranstalten und trafen gleichzeitig Vorsorge, dass das beliebte Dorffest nicht untergeht. Es konnten 14 junge Leute gefunden werden, die sich bereit fanden, die Bauernolympiaden fortzuführen. So wurde am 31.3.2001 anlässlich eines Vorbereitungsseminars im münsterländischen Gescher ein Olympiakomitee gegründet, mit dem Ziel, ab 2004 als Organisator der Bauernolympiade bereitzustehen. 10 Alte Herren entschlossen sich, ihren Abgang hinauszuschieben und die junge Garde beim Übergang unterstützend zu begleiten.

Die von Franz Schulte-Pelkum entworfene Gründungsurkunde hat folgenden Wortlaut:
Anno Domini 2001, den 31sten des Märzen wurde zu Gescher entschieden und verkündet: Nachstehend unterschreibende Herren verpflichten sich , den bauerolympischen Gedanken in unserem geliebten Kirchhellen hochzuhalten und gründen zu diesem Zweck ein Olympiakomitee.

Dieser hehren Aufgabe stellen sich:
Frank Baumeister, Bernd Benien, Matthias Dierichs, Jan Feldhaus, Thomas Janinhoff, Andreas Marien, Gregor Möhlen, Thomas Overgünne, Thomas Schulte- Repel, Christoph Stappert, Andreas Steinbrock, Martin Steinmann, Theo Dehling, Johannes Große –Venhaus, Werner Hötten, Wolfgang Hotze, Hubert Hüsken, Werner Jünger, Franz Schulte Pelkum, Rudolf Steinmann

Wegen Verhinderung konnten folgende Mitglieder des Komitees nicht mitunterzeichnen:
Jochen Königshausen, Christian Janinhoff, Josef Ridder und Werner Schnieder

Da die Tierseuche rechtzeitig eingedämmt werden konnte, stand schließlich der 6. Kirchhellener Bauernolympiade nichts mehr im Wege. Sie konnte Pfingsten 2001 an angestammter Stelle über die Bühne gehen. Die Alten Herren hatten diesmal die Olympiade unter das Motto „Kirchhellen rückt zusammen“ gestellt und dabei unser Dorf Kirchhellen mit seinen 7 Ortsteilen in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. Alle 93 teilnehmenden Mannschaften (36 Damen- und 57 Herrenteams) wurden schon im Vorfeld der Olympiade in sieben Ortsteilgruppen aufgeteilt und aufgefordert, sich mit dem Ortsteil ihrer Wahl näher zu befassen, insbesondere etwas Bleibendes für die jeweilige Region zu schaffen. Um die Aktivitäten besser koordinieren zu können, wurden für alle Ortsteile Paten gewonnen, die mit großem persönlichen Einsatz „ihre“ Clubs an die Hand nahmen und mit ihnen gemeinsam Ideen entwickelten.

Es stellten sich zur Verfügung:

Kirchhellen-Mitte Werner Dierichhs / Hugo Liesenklas
Hardinghausen Adalbert und Reinhold Rottmann
Ekel Eduard Brinkert / Edmund Rickert
Overhagen Johannes Enbergs / Eberhard Schmücker sen.
Feldhausen Josef Hemming / Christian Kämper
Holthausen Bernd Hetkämper-Flockert / Hannes Janinhoff
Grafenwald Norbert Discher / Gerd Schulte-Terhusen

Die 10 Gruppen, die für Grafenwald an den Start gingen, stifteten eine stolze Tanne, die sie auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Grafenwald einpflanzten und die dort in der Adventszeit als Weihnachtsbaum erstrahlt.

Zum Ortsteil Overhagen bekannten sich 11 Teams. Sie legten an der Straße Auf dem Schimmel einen von Apfelbäumen umsäumten Rastplatz an, den sie „Schimmels Ruh“ nannten und von dem aus ein herrlicher Blick über Kirchhellen möglich ist.

In Ekel wurde von 13 Clubs eine Sitzgruppe auf dem Parkplatz am Kindergarten aufgestellt, die Rad- und Fußwanderer zum Verweilen einlädt.

Die 13 Feldhausener Gruppen stellten in Kirchennähe einen Findling mit Wegweiser auf, der Feldhausener Bürgern eine wichtige Orientierungshilfe ist.

In Holthausen macht an der Holthausener Strasse / Ecke Blaufärberweg ein Ortseingangsschild aus Holz auf diesen Ortsteil aufmerksam. Die 13 Gruppen dieser Bauernschaft haben dafür gesorgt.

Auch Hardinghausen wurde um eine Attraktion reicher. An der Kreuzung Hofwiese / Packskamp stellte die Familie Münstermann ein Grundstück zur Verfügung, auf dem die 15 Clubs dieses Ortsteils eine begehbare Sonnenuhr errichteten, für die eigens Vorbilder in den Niederlanden besichtigt wurden.

Gleichsam als verbindende Klammer schufen die für Kirchhellen-Mitte angetretenen 18 Gruppen einen 37 km langen Olympia-Rad- und Wanderweg, der an allen zuvor genannten Ortsteilprojekten vorbeiführt. Über 100 mit olympischen Ringen verzierte Richtungstäfelchen weisen dem Wanderer oder Radler den richtigen Weg.

Nachdem die Stimmung durch die Vorbereitungsaktionen bereits angeheizt war, erreichte sie ihren Höhepunkt bei der eigentlichen Bauernolympiade, als es darum ging, sieben ortsteiltypische Spiele zu meistern. Unter dem Motto „Ekel früher und heute“ mussten diesen Ortsteil prägende Hindernisse überwunden werden. Beim „Kirchgang in Grafenwald“ gab es bedingt durch die dortigen Bergsenkungen nasse Füße. In Feldhausen wurden Prinzessinnen mit der Eisenbahn vom Bahnhof zum Schloss Beck befördert. In Hardinghausen drehte sich alles um „heiße Öfen und viel Kies“ in Anspielung an die dortigen Kiesgruben. In Kirchhellen-Mitte ging es bei der „Dörper Böllertour“ um die vielen Gasthäuser, die früher im Dorf anzutreffen waren.

Die „Kappesernte im Moor“ erinnerte an die Schwierigkeiten, die die Holthausener Bauern bei der Überwindung der Postwegmoore hatten. In Overhagen wurde der historische „Wasserstreit zwischen den Adelshäusern Brabeck und Hackfurth“ nachgespielt.

Mehr als 10 000 Zuschauer wollten sich auch diesmal die Gaudi nicht entgehen lassen. Leider verhinderte das durchwachsene Wetter einen noch größeren Zulauf.

„Die krimminellen Gummibärchen (KGB)“ gewannen bei den Damen. Dahinter erreichten „die Rotznasen“ und „die Pfläumchen“ die Plätze Zwei und Drei. Bei den Herren gelang es den „lustigen Lümmeln“ den Titel zu verteidigen. Auf den zweiten Platz kamen „die Traktor Veteranen“. Der Bronzerang ging an „die Landeier“.

Beim Olympiaball mit Siegerehrung am Abend im Festzelt heizte die Jessica-Band mächtig ein und sorgte für tolle Stimmung.

Auch diesmal hatte die Bauernolympiade noch ein Nachspiel. Passend zum Motto beschlossen die Alten Herren von dem erwirtschafteten Überschuss etwas Bleibendes für Kirchhellen zu schaffen. So stellte die Stadt Bottrop ein Brachgelände hinter der Bezirksverwaltungsstelle zur Verfügung auf dem in Eigenleistung eine 250 Quadratmeter große schmucke Bouleanlage errichtet wurde, die am 19.4.2002 der Öffentlichkeit übergeben werden konnte und seitdem nicht nur von den Alten Herren, sondern auch von anderen Kirchhellener „Schweinchenjägern“ intensiv genutzt wird.